Pelletheizung: Was Anschaffung, Verbrauch und Lager wirklich kosten
Eine Pelletheizung für ein Einfamilienhaus kostet in der Anschaffung zwischen 15.000 und 25.000 Euro und verbraucht im Jahr 4 bis 6 Tonnen Pellets. Bei einem Pelletpreis von rund 320 Euro je Tonne (Stand 2026) ergeben sich daraus Brennstoffkosten zwischen 1.280 und 1.920 Euro jährlich. Dazu kommen Wartung, Schornsteinfeger und der Strom für Förderschnecke und Steuerung, zusammen weitere 250 bis 450 Euro.

Was kostet eine Pelletheizung in der Anschaffung?
Eine komplette Pelletheizung mit Kessel, Pufferspeicher, Lager und Montage kostet für ein Einfamilienhaus zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Der Kessel allein liegt bei 8.000 bis 14.000 Euro, die übrigen 7.000 bis 11.000 Euro entfallen auf Lager, Speicher, Hydraulik und Einbau.
Die Kostenverteilung fällt in Altbauten anders aus als im Neubau, und die Unterschiede liegen fast vollständig bei den Nebenpositionen:
| Position | Spanne | Anmerkung |
|---|---|---|
| Pelletkessel 15 bis 25 Kilowatt | 8.000 bis 14.000 Euro | Leistung nach Heizlast, nicht nach Wohnfläche |
| Pufferspeicher 600 bis 1.000 Liter | 1.200 bis 2.500 Euro | Pflicht bei Förderung |
| Pelletlager oder Gewebetank | 1.500 bis 4.500 Euro | Erdtank deutlich teurer |
| Montage und Hydraulik | 3.000 bis 5.500 Euro | Einbindung in vorhandene Heizkreise |
| Schornsteinsanierung | 1.000 bis 3.000 Euro | bei Umstieg von Gas oder Öl häufig nötig |
Die Schornsteinsanierung ist die Position, die in Angeboten am häufigsten fehlt. Ein Schornstein, der bisher eine Gastherme bediente, ist für die höheren Abgastemperaturen eines Pelletkessels oft nicht ausgelegt und muss ein neues Edelstahlrohr bekommen.
Die Anschaffung ist allerdings nur die erste Hälfte der Rechnung, die zweite entscheidet sich am Verbrauch.
Wie viel Holzpellets verbraucht ein Einfamilienhaus im Jahr?
Ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche und mittlerem Dämmstandard verbraucht 4 bis 6 Tonnen Pellets im Jahr. Als Faustformel gilt: 2 Kilogramm Pellets ersetzen 1 Liter Heizöl, und je Kilowatt Heizlast fallen rund 300 Kilogramm Jahresverbrauch an.
Der Dämmstandard verschiebt diesen Wert deutlich. Ein unsanierter Altbau von 1975 kommt bei gleicher Fläche auf 7 bis 9 Tonnen, ein Haus nach heutigem Standard auf 2,5 bis 3,5 Tonnen. Die Fläche allein ist deshalb ein schlechter Schätzwert.
Eine Tonne Pellets entspricht rund 4.800 Kilowattstunden Heizenergie und nimmt etwa 1,5 Kubikmeter Lagervolumen ein. Wer den Jahresvorrat vollständig lagern will, braucht bei 5 Tonnen also rund 7,5 Kubikmeter reines Schüttvolumen.
Aus dem Verbrauch und dem Tonnenpreis ergibt sich die jährliche Brennstoffrechnung.
Was kosten Holzpellets je Tonne und je Kilowattstunde?
Holzpellets kosten als lose Ware rund 320 Euro je Tonne, was etwa 6,7 Cent je Kilowattstunde entspricht (Stand 2026). Sackware liegt mit 380 bis 450 Euro je Tonne deutlich darüber. Abnahmemenge, Lieferentfernung und Kaufzeitpunkt verändern den Preis um bis zu 20 Prozent.
Die Preisspanne folgt dabei einem jahreszeitlichen Muster, das sich seit Jahren wiederholt. Wie stark die Schwankung ausfällt und wann der Einkauf am günstigsten ist, steht in der Übersicht zur Preisentwicklung bei Pellets.
Beim Vergleich mit anderen Energieträgern zählt nur der Preis je Kilowattstunde, nicht der je Tonne oder je Liter. Erdgas liegt derzeit bei 9 bis 12 Cent, Heizöl bei 8 bis 11 Cent, Pellets bei 6 bis 8 Cent je Kilowattstunde.
Rechenbeispiel
Einfamilienhaus, Baujahr 1998, 140 Quadratmeter, vier Personen, Heizlast 16 Kilowatt. Der Jahresverbrauch liegt bei rund 4,8 Tonnen Pellets. Bei 320 Euro je Tonne ergeben sich 1.536 Euro Brennstoffkosten. Dazu kommen 220 Euro Wartung, 90 Euro Schornsteinfeger und rund 80 Euro Strom für Förderung und Steuerung, zusammen also rund 1.926 Euro im Jahr. Dieselbe Wärmemenge über Erdgas bei 10,5 Cent je Kilowattstunde kostet rund 2.420 Euro.
Die jährliche Differenz von rund 500 Euro ist der eigentliche Rechenwert, und sie entscheidet über die Amortisation.
Welchen Platzbedarf hat das Pelletlager?
Für 5 Tonnen Pellets werden rund 7,5 Kubikmeter Schüttvolumen benötigt, was bei 2,20 Meter Raumhöhe einer Grundfläche von etwa 5 Quadratmetern entspricht. Der Raum muss trocken, frostfrei und von außen befüllbar sein, außerdem staubdicht zum Wohnbereich.
Drei Lagerformen sind verbreitet, und ihr Platzbedarf unterscheidet sich erheblich:
- Lagerraum mit Schrägboden: Ein umgebauter Kellerraum mit schrägem Holzboden, aus dem die Schnecke absaugt. Günstigste Variante, verlangt aber einen Raum mit Außenwand.
- Gewebesilo im Keller: Ein Sacksilo im Stahlrahmen, Stellfläche ab 1,7 mal 1,7 Metern für 3 bis 5 Tonnen. Schnell aufgebaut, kein Raumumbau nötig.
- Erdtank im Garten: Ein vergrabener Kunststofftank mit Saugleitung ins Haus. Setzt den Keller frei, kostet aber mit Aushub und Einbau 6.000 bis 12.000 Euro.
Die Befüllung erfolgt über einen Tankwagen mit Schlauch von bis zu 30 Metern Länge. Prüfen Sie vor dem Umbau, ob der Wagen bis auf diese Entfernung an die Befüllstutzen heranfährt, weil längere Wege einen Zuschlag kosten oder die Lieferung unmöglich machen.
Lohnt sich ein Erdtank für Pellets?
Ein Erdtank lohnt sich, wenn im Keller kein geeigneter Raum frei ist oder die vorhandene Fläche anderweitig genutzt werden soll. Bei Kosten von 6.000 bis 12.000 Euro gegenüber 1.500 bis 3.000 Euro für ein Gewebesilo ist die Entscheidung fast immer eine Platzfrage, keine Wirtschaftlichkeitsfrage.
Technisch bringt der Erdtank zwei Vorteile. Die Temperatur im Erdreich schwankt kaum, was die Pellets trocken hält, und der Keller bleibt staubfrei. Dagegen steht der Aufwand bei Reparaturen an der Saugleitung, die dann im Erdreich liegt.
Lassen Sie vor dem Aushub die Grundwasserverhältnisse prüfen. Ein Tank in drückendem Grundwasser braucht eine Auftriebssicherung, und die verteuert den Einbau um mehrere Tausend Euro.
Neben Brennstoff und Lager fallen jährlich weitere Positionen an, die in Wirtschaftlichkeitsrechnungen regelmäßig fehlen.
Welche laufenden Kosten fallen neben den Pellets an?
Neben dem Brennstoff fallen jährlich 150 bis 300 Euro Wartung, 60 bis 120 Euro für den Bezirksschornsteinfeger und 50 bis 100 Euro Stromkosten an. Zusammen ergeben sich 260 bis 520 Euro, die unabhängig vom Verbrauch anfallen.
Die Wartung ist bei einer Pelletheizung aufwendiger als bei einer Gastherme, weil Brennerteller, Wärmetauscher und Aschebehälter gereinigt werden müssen. Moderne Kessel reinigen den Wärmetauscher automatisch, die Asche bleibt trotzdem manuelle Arbeit.
Der Aschebehälter fasst je nach Kessel 20 bis 60 Liter und ist bei 5 Tonnen Jahresverbrauch drei- bis fünfmal zu leeren. Reine Holzasche darf in den Restmüll, in kleinen Mengen auch auf den Kompost.
Der Stromverbrauch entsteht durch Förderschnecke, Saugturbine, Zündung und Steuerung und liegt bei 200 bis 350 Kilowattstunden im Jahr.
Ein Teil dieser Kosten lässt sich über die Bundesförderung auffangen, die den Umstieg deutlich verbilligt.
Welche Förderung gibt es für eine Pelletheizung?
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude gewährt für den Einbau einer Pelletheizung eine Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit Klimageschwindigkeitsbonus, Einkommensbonus und Emissionsminderungszuschlag sind in der Spitze bis zu 70 Prozent erreichbar.
Die Boni sind an Bedingungen geknüpft, die vor dem Antrag geprüft werden müssen. Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt den Austausch einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Ölheizung voraus, der Einkommensbonus ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen unterhalb der Grenze von 40.000 Euro.
Ein Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 Euro wird gewährt, wenn der Kessel einen Staubgrenzwert von 2,5 Milligramm je Kubikmeter einhält. Ab Oktober 2027 wird dieser Wert ohnehin zur Pflicht, weshalb Kessel unterhalb dieser Schwelle die sicherere Wahl sind.
Stellen Sie den Antrag vor Auftragsvergabe. Eine Förderung nach Vertragsabschluss ist ausgeschlossen, und genau daran scheitern die meisten Anträge.
Wann lohnt sich eine Pelletheizung gegenüber Gas?
Eine Pelletheizung lohnt sich bei Jahresverbräuchen ab etwa 20.000 Kilowattstunden, bei vorhandenem Lagerplatz und bei einer Nutzungsdauer von mindestens 15 Jahren. Unterhalb dieser Werte trägt die Ersparnis bei den Brennstoffkosten die höhere Investition nicht.
Die Amortisation rechnet sich aus der Mehrinvestition gegenüber einer Gasheizung und der jährlichen Ersparnis. Bei rund 12.000 Euro Mehrkosten nach Förderung und 500 Euro jährlicher Ersparnis liegt die Amortisationszeit bei etwa 24 Jahren, bei einem größeren Verbrauch entsprechend kürzer.
Zwei Faktoren verschieben diese Rechnung spürbar. Der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe steigt weiter, was Gas und Öl Jahr für Jahr verteuert, während Pellets davon nicht betroffen sind. Gleichzeitig ist die Pelletheizung die einzige erneuerbare Lösung, die ohne Umbau der Heizkörper in einen unsanierten Altbau passt.
Eine Pelletheizung hält bei regelmäßiger Wartung 15 bis 25 Jahre. Welche Technik dahintersteckt, wie die Pellets vom Lager in den Brennraum gelangen und welche Abgasvorschriften gelten, ist im Beitrag zur Anlagentechnik der Pelletheizung im Einzelnen beschrieben.