Fasssauna: Was die runde Bauform technisch bedeutet

Die Fasssauna verdankt ihre Verbreitung einer einfachen geometrischen Eigenschaft: Bei gleicher Grundfläche umschließt ein liegender Zylinder rund ein Fünftel weniger Luftraum als ein Quader. Weniger Luftraum bedeutet kürzere Aufheizzeit und geringeren Energiebedarf. Eine Fasssauna mit 2,20 Metern Durchmesser und 3 Metern Länge umschließt rund 11 Kubikmeter und wird von einem 8-Kilowatt-Ofen in 45 bis 55 Minuten auf 90 Grad gebracht.

Fasssauna aus Holz auf einer Rasenfläche

Wie ist eine Fasssauna konstruiert?

Eine Fasssauna besteht aus 42 bis 45 Millimeter starken Holzdauben mit Nut und Feder, die kreisförmig gefügt und von zwei bis vier Stahlreifen unter Spannung gehalten werden. Leim und Schrauben kommen in der Fassschale nicht vor, die Dichtigkeit entsteht durch die Quellung des Holzes.

Die Konstruktion folgt dem Prinzip des Küferhandwerks. Jede Daube ist an den Längskanten leicht angeschrägt, sodass sich die Kanten im Kreis lückenlos aneinanderlegen. Die Spannreifen pressen die Dauben zusammen und nehmen die Kräfte auf, die durch das Quellen des Holzes entstehen.

Getragen wird das Fass von zwei halbrunden Auflagehölzern, den Wiegen. Sie übertragen das gesamte Gewicht von 700 bis 1.200 Kilogramm punktuell auf das Fundament, weshalb ihre exakte Ausrichtung über die Formstabilität der gesamten Konstruktion entscheidet.

Aus der Bauweise folgt eine Eigenschaft, die bei keiner anderen Saunaform auftritt: Das Fass muss nachgespannt werden.

Warum muss eine Fasssauna nachgespannt werden?

Das Holz passt sich nach dem Aufbau an die Außenfeuchte an und ändert dabei sein Volumen. Die Spannreifen verlieren dadurch Vorspannung, und zwischen den Dauben entstehen Fugen. Nachgezogen wird zweimal im ersten Jahr, danach einmal jährlich zur Kontrolle.

Der erste Nachspanntermin liegt zwei bis vier Wochen nach dem Aufbau, der zweite nach etwa sechs Monaten. Angezogen wird über Kreuz und gleichmäßig, jeweils nur so weit, bis die Fugen geschlossen sind und die Reifen satt anliegen.

Zu festes Anziehen richtet mehr Schaden an als zu lockeres. Überspannte Reifen drücken die Dauben an den Kanten ein und können bei Feuchtigkeitsaufnahme im Frühjahr zum Aufreißen einzelner Dauben führen.

Erkennbar ist der Nachspannbedarf an Lichtspalten zwischen den Dauben, die sich von innen bei geschlossener Tür und hellem Außenlicht deutlich zeigen. Eine Sichtprüfung im Frühjahr und im Herbst genügt.

Welches Holz verbaut ist, bestimmt zusätzlich, wie stark diese Bewegung ausfällt.

Welche Holzarten werden für Fasssaunen verwendet?

Verwendet werden Nordische Fichte, Thermoholz, Lärche und Rotzeder. Thermoholz arbeitet am wenigsten, weil ihm bei 180 bis 215 Grad unter Sauerstoffabschluss ein großer Teil der wasserbindenden Bestandteile entzogen wurde. Rotzeder ist ohne Behandlung witterungsbeständig, aber weich.

Holzart Quell- und Schwindmaß Pflegeintervall außen Preisniveau
Nordische Fichte hoch Lasur alle 2 Jahre niedrig
Thermoholz sehr gering Lasur alle 3 bis 4 Jahre mittel
Lärche mittel Lasur alle 3 Jahre mittel bis hoch
Rotzeder gering keine zwingend nötig hoch

Thermoholz hat einen Nachteil, den die Werbung selten nennt. Die thermische Behandlung macht das Holz spröder, wodurch es an Kanten empfindlich gegen Stöße wird. Ein Anstoßen mit dem Rasenmäher hinterlässt dort eher einen Ausbruch als eine Delle.

Für das Innenholz gelten andere Kriterien. Bänke und Rückenlehnen bestehen aus astfreier Espe, Erle oder Abachi, weil diese Hölzer wenig Wärme speichern und bei Berührung nicht so heiß werden wie Nadelholz mit Harzeinschlüssen.

Wie stabil die Konstruktion über die Jahre bleibt, entscheidet sich allerdings unter dem Fass.

Worauf wird eine Fasssauna gestellt?

Eine Fasssauna mit 4 Quadratmetern Grundfläche wiegt betriebsbereit zwischen 700 und 1.200 Kilogramm, punktuell abgetragen über zwei Wiegen. Als Auflage genügen sechs bis acht Betonplatten im Format 40 mal 40 Zentimeter auf einem verdichteten Schotterbett von 15 bis 20 Zentimetern.

Entscheidend ist nicht die Tragfähigkeit, sondern die Ebenheit. Eine Abweichung von einem Zentimeter über die Fasslänge überträgt sich auf die gesamte Schale und führt dazu, dass die Tür nicht mehr sauber schließt.

Ein durchgehendes Betonfundament ist möglich, aber selten sinnvoll. Auf einer geschlossenen Fläche staut sich Regenwasser unter dem Fass, und die Unterseite trocknet nach Niederschlag nicht ab. Punktuelle Auflagen mit Luft dazwischen halten das Holz trocken.

Richten Sie die Wiegen mit einer Wasserwaage über beide Achsen aus und prüfen Sie die Ausrichtung nach dem ersten Winter erneut. Schotterbetten setzen sich in den ersten Monaten, und ein Nachrichten ist dann noch ohne großen Aufwand möglich.

Rechenbeispiel

Fasssauna mit 2,20 Metern Durchmesser und 3 Metern Länge, Volumen rund 11 Kubikmeter. Erforderlich ist ein Ofen mit 8 Kilowatt. Ein Saunaabend mit drei Stunden Betrieb verbraucht bei Elektrobetrieb rund 14 Kilowattstunden, bei 0,32 Euro je Kilowattstunde also 4,48 Euro. Bei einem Saunaabend pro Woche ergeben sich 233 Euro Stromkosten im Jahr. Ein Holzofen verbrennt für denselben Abend 8 bis 12 Kilogramm Scheitholz für 3 bis 5 Euro.

Der Ofen bestimmt damit nicht nur die Betriebskosten, sondern auch den Charakter der Anlage.

Welcher Ofen passt in eine Fasssauna?

Die Ofenleistung richtet sich nach dem Volumen mit rund 0,7 bis 1 Kilowatt je Kubikmeter. Für eine Fasssauna mit 11 Kubikmetern sind damit 8 bis 11 Kilowatt erforderlich, wobei für Außensaunen wegen der Wärmeverluste der obere Bereich gilt.

Holzöfen für Fasssaunen werden entweder innen aufgestellt und von innen befeuert oder als Durchbrandofen mit Außenbefeuerung ausgeführt. Die zweite Variante hält Asche und Holzstaub aus dem Innenraum, kostet aber eine zusätzliche Öffnung in der Fassschale.

Bei Elektroöfen ist die Befestigung der kritische Punkt. Die gekrümmte Innenwand erlaubt keine flächige Montage, weshalb eine ebene Montageplatte eingesetzt wird, die mit Abstandhaltern an den Dauben verschraubt ist.

Die Brandschutzabstände stehen in der Montageanleitung des Ofens und sind bei Holzöfen Gegenstand der Abnahme. Übliche Werte sind 30 bis 50 Zentimeter zu brennbaren Bauteilen, bei Ausführung mit Schutzblech entsprechend weniger.

Welche Pflege verlangt die Fassschale?

Die Fassschale braucht außen alle zwei bis vier Jahre eine offenporige Lasur, innen bleibt das Holz roh. Die Spannreifen werden einmal jährlich kontrolliert, die Bänke alle paar Monate mit Schleifpapier der Körnung 120 abgezogen.

Filmbildende Lacke sind für die Außenhaut ungeeignet. Unter einer geschlossenen Schicht sammelt sich Feuchtigkeit, die nicht entweichen kann, und das Holz fault von innen. Eine diffusionsoffene Lasur lässt Wasserdampf durch und schützt trotzdem vor UV-Strahlung.

Innen wird nicht behandelt. Rohes Holz nimmt Schweiß auf und gibt ihn beim Aufheizen wieder ab. Jede Versiegelung unterbindet diesen Austausch, gast bei 90 Grad aus und macht den Innenraum nach wenigen Wochen unangenehm.

Das Dach verdient besondere Aufmerksamkeit. Auf der Oberseite des Fasses sammeln sich Laub und Nadeln, die Feuchtigkeit halten. Eine Dachbahn aus Bitumenschindeln oder EPDM verlängert die Lebensdauer der oberen Dauben erheblich und kostet bei der Anschaffung 200 bis 500 Euro.

Welche Bauarten es neben der Fasssauna gibt und welche Erschließung jede davon braucht, steht im Beitrag zur Planung einer Gartensauna. Wie der Saunagang selbst abläuft und welche Temperaturen üblich sind, zeigt der Beitrag zur finnischen Sauna.