Garten anlegen: Die Reihenfolge, die jede Arbeit einmal macht

Beim Anlegen eines Gartens entscheidet die Reihenfolge über das Ergebnis. Erde bewegen, Leitungen verlegen, befestigte Flächen bauen, Boden herrichten, pflanzen, zuletzt ansäen. Wer diese Abfolge einhält, arbeitet jeden Schritt genau einmal. Wer Rasen vor den Wegen ansät, sät zweimal. Für ein Grundstück mit 400 Quadratmetern sind je nach Eigenleistung zwischen vier Wochenenden und drei Monaten zu veranschlagen.

Neu angelegter Garten mit Rasenfläche und Beeten

In welcher Reihenfolge wird ein Garten angelegt?

Die Reihenfolge lautet: Grobplanum und Erdbewegung, Leitungen und Drainage, befestigte Flächen und Fundamente, Bodenvorbereitung, Gehölze und Stauden, Rasenansaat. Jeder Schritt setzt den vorherigen voraus, und keiner lässt sich ohne Mehrarbeit vorziehen.

Der Ablauf folgt einem einfachen Prinzip: Alles, was schwere Technik oder Grabarbeiten verlangt, kommt vor allem, was empfindlich ist. Ein Minibagger, der über eine frisch angelegte Rasenfläche fährt, verdichtet den Boden so stark, dass er wieder aufgelockert werden muss.

  1. Grobplanum: Geländeverlauf herstellen, Oberboden abschieben und seitlich lagern, Unterboden modellieren. Oberboden ist der wertvollste Teil des Grundstücks und wird nie untergegraben.
  2. Leitungen und Drainage: Strom, Wasser, Leerrohre und bei Staunässe die Drainage verlegen. Lage mit Abstandsmaßen dokumentieren.
  3. Befestigte Flächen: Terrasse, Wege, Zufahrt und Fundamente für Gartenhaus oder Sauna. Diese Arbeiten bestimmen die Höhenlage aller angrenzenden Flächen.
  4. Bodenvorbereitung: Oberboden zurückverteilen, Verdichtungen lösen, nach Bodenanalyse verbessern.
  5. Gehölze und Stauden: Zuerst die großen Gehölze, dann Sträucher, dann Stauden. Pflanzzeit ist Herbst oder zeitiges Frühjahr.
  6. Rasen: Zuletzt, weil jede Fläche danach nur noch behutsam betreten wird.

Der dritte Schritt bestimmt alles Weitere, weil befestigte Flächen die Höhen festlegen. Eine Terrasse liegt idealerweise 1 bis 2 Zentimeter unter der Türschwelle und fällt mit 2 Prozent vom Haus weg.

Vor dem ersten Schritt steht allerdings eine Entscheidung über den Boden.

Wie wird der Boden vorbereitet?

Der Boden wird auf 20 bis 30 Zentimeter Tiefe gelockert, von Verdichtungen befreit und nach Befund der Bodenanalyse verbessert. Schwere Lehmböden bekommen Sand und Kompost, leichte Sandböden Kompost und Bentonit zur Wasserspeicherung.

Verdichtungen sind auf Neubaugrundstücken die Regel, weil Baufahrzeuge über die Fläche gefahren sind. Erkennbar sind sie daran, dass ein Spaten nach 15 Zentimetern auf Widerstand stößt und Wasser auf der Fläche stehen bleibt.

Gelöst werden Verdichtungen mechanisch, nicht chemisch. Ein Tiefenlockerer oder eine Grabgabel bricht die verdichtete Schicht auf, ohne die Bodenschichten zu vermischen. Ein Umgraben mit dem Spaten kehrt den Boden um und verschlechtert das Ergebnis.

Kompost wird oberflächlich eingearbeitet, nicht tief eingegraben. Als Menge gelten 3 bis 5 Liter je Quadratmeter bei der Erstanlage, was bei 200 Quadratmetern rund einem Kubikmeter entspricht.

Rechenbeispiel

Grundstück mit 400 Quadratmetern, davon 180 Quadratmeter Rasen, 35 Quadratmeter Terrasse, 25 Quadratmeter Wege und 60 Quadratmeter Beete. An Material fallen an: 1 Kubikmeter Kompost für rund 55 Euro, 4 Kubikmeter Schotter für Terrasse und Wege für etwa 220 Euro, 2 Kubikmeter Brechsand für 130 Euro, 60 Quadratmeter Plattenbelag für 900 bis 2.400 Euro, Rasensaatgut für 180 Quadratmeter zu rund 70 Euro. Die Materialsumme liegt bei 1.375 bis 2.875 Euro, hinzu kommen Gerätemiete und Entsorgung.

Sind Höhen und Boden hergerichtet, folgt die Bepflanzung.

Wann und wie werden Gehölze gepflanzt?

Die beste Pflanzzeit für Gehölze liegt im Herbst zwischen Oktober und Anfang Dezember, die zweitbeste im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. Ballenware und Containerware lassen sich ganzjährig pflanzen, wurzelnackte Gehölze nur in der Vegetationsruhe.

Das Pflanzloch wird doppelt so breit wie der Wurzelballen ausgehoben, aber nicht tiefer. Ein zu tiefes Pflanzloch führt dazu, dass sich das Gehölz nach dem Setzen absenkt und der Wurzelhals in den Boden gerät, was bei vielen Arten zum Absterben führt.

Die Pflanzabstände richten sich nach der Endgröße, nicht nach der Größe bei der Pflanzung. Eine Hecke aus Hainbuche braucht drei bis vier Pflanzen je laufendem Meter, ein Solitärgehölz mit sechs Metern Kronendurchmesser entsprechend Platz nach allen Seiten.

Gegossen wird beim Pflanzen einmal durchdringend mit 20 bis 40 Litern je Gehölz, danach im ersten Jahr wöchentlich bei Trockenheit. Der häufigste Fehler ist häufiges Gießen mit kleinen Mengen, weil die Wurzeln dann flach bleiben.

Die Grenzabstände nach dem Nachbarrechtsgesetz des jeweiligen Bundeslands sind vor dem Setzen zu prüfen. Sie reichen je nach Endhöhe von 0,25 Metern bis 4 Metern und lassen sich nachträglich nur durch Entfernen der Pflanze korrigieren.

Wann wird der Rasen angelegt?

Der Rasen kommt als letzter Arbeitsschritt, und die besten Zeitfenster liegen von Mitte April bis Anfang Juni sowie von Mitte August bis Ende September. Voraussetzung ist eine Bodentemperatur von mindestens 10 Grad über mehrere Tage.

Der Spätsommer ist dem Frühjahr überlegen. Der Boden ist durchgewärmt, die Nächte werden feuchter, und der Unkrautdruck ist geringer als im Mai. Die Gräser haben bis zum Winter sechs bis acht Wochen Zeit zur Bewurzelung.

Die Fläche wird vor der Ansaat feinplaniert, gewalzt und drei bis vier Wochen liegen gelassen, damit sich der Boden setzt und Unkraut auflaufen kann, das dann flach entfernt wird. Dieser Schritt wird fast immer ausgelassen und ist der Grund für unebene Rasenflächen.

Welche Saatmenge, welche Mischung und welche Pflege in den ersten Wochen nötig sind, steht im Beitrag zum Rasen säen.

Welche Fehler treten beim Anlegen am häufigsten auf?

Die häufigsten Fehler sind eine vertauschte Reihenfolge der Gewerke, das Untergraben des Oberbodens, fehlende Leerrohre, zu enge Pflanzabstände und eine Rasenansaat auf nicht gesetztem Boden.

Das Untergraben des Oberbodens ist der folgenreichste. Die oberen 20 bis 30 Zentimeter enthalten Humus und Bodenleben, der Unterboden darunter nicht. Werden beide vermischt oder vertauscht, dauert es Jahre, bis sich eine funktionierende Bodenstruktur neu bildet.

Zu enge Pflanzabstände fallen erst nach drei bis fünf Jahren auf. Dann steht eine Hecke, die eigentlich eine Baumreihe ist, und die Korrektur bedeutet Rodung statt Rückschnitt.

Ein fünfter Fehler betrifft die Entwässerung. Wird eine Terrasse ohne Gefälle oder mit Gefälle zum Haus gebaut, läuft Wasser an die Fassade, und der Schaden zeigt sich im Keller. Zwei Prozent Gefälle vom Gebäude weg sind die Mindestanforderung.

Alle fünf Fehler haben eine gemeinsame Ursache: Sie entstehen, wenn ohne maßstäblichen Plan gearbeitet wird. Welche Grundlagen dafür erhoben werden und wie die Flächen aufgeteilt werden, steht im Beitrag zur Gartenplanung.