Metallbaubetrieb: Welche Leistungen welche Nachweise verlangen

Ein Metallbaubetrieb plant, fertigt und montiert Bauteile aus Stahl, Aluminium und Edelstahl. Das Spektrum reicht vom Geländer über Fenster- und Türanlagen bis zu tragenden Stahlkonstruktionen, und genau diese Breite macht die Einordnung schwierig. Maßgeblich ist die Handwerksordnung: Metallbauer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk der Anlage A, was bedeutet, dass der Betrieb einen Meister oder einen gleichwertig Qualifizierten vorweisen muss.

Metallbauer bei der Arbeit an einer Stahlkonstruktion

Welche Leistungen erbringt ein Metallbaubetrieb?

Ein Metallbaubetrieb erbringt Konstruktion, Fertigung, Oberflächenbehandlung und Montage von Bauteilen aus Metall. Dazu zählen Geländer und Handläufe, Treppen, Tore und Türen, Fenster- und Fassadenelemente, Vordächer, Carports sowie tragende Stahlkonstruktionen.

Die Leistungen lassen sich in vier Bereiche gliedern, die sich in Anforderungen und Nachweispflichten deutlich unterscheiden:

  • Konstruktiver Stahlbau: Tragende Bauteile wie Stützen, Träger und Treppenanlagen. Unterliegt der Ausführungsnorm DIN EN 1090 mit Zertifizierungspflicht des Betriebs.
  • Bauelemente: Türen, Tore, Fenster und Fassaden aus Aluminium oder Stahl. Häufig mit Anforderungen an Wärmedämmung, Einbruchhemmung oder Brandschutz.
  • Geländer und Absturzsicherungen: Balkon-, Treppen- und Brüstungsgeländer nach den Vorgaben der Landesbauordnung zu Höhe und Belastbarkeit.
  • Reparatur und Sonderanfertigung: Einzelstücke nach Maß, Instandsetzung vorhandener Konstruktionen, Schlosserarbeiten.

Die Abgrenzung zum Schlosser ist historisch, nicht rechtlich. Beide Berufsbezeichnungen wurden 1989 im Ausbildungsberuf Metallbauer zusammengeführt, der Begriff Schlosserei ist seitdem eine Firmierung, kein eigenes Gewerk.

Innerhalb des Metallbaus gibt es allerdings klar getrennte Fachrichtungen.

Welche Fachrichtungen gibt es im Metallbau?

Die Ausbildung zum Metallbauer kennt drei Fachrichtungen: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Für Arbeiten am Gebäude ist die Konstruktionstechnik die maßgebliche Fachrichtung.

Die Konstruktionstechnik umfasst das Herstellen und Montieren von Bauteilen und Konstruktionen aus Stahl und Aluminium, einschließlich Schweißen, Umformen und Fügen. Sie deckt damit den weit überwiegenden Teil der Bauaufgaben ab.

Die Metallgestaltung arbeitet schmiedetechnisch und kommt bei Denkmalpflege, Kunstschmiedearbeiten und gestalteten Einzelstücken zum Einsatz. Der Nutzfahrzeugbau befasst sich mit Aufbauten und Anhängern und hat mit Gebäuden nichts zu tun.

Für den Auftraggeber ist die Fachrichtung weniger wichtig als die Frage, welche Nachweise der Betrieb für die konkrete Aufgabe führen kann.

Welche Zertifizierungen braucht ein Metallbaubetrieb?

Wer tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium herstellt, braucht eine Zertifizierung nach DIN EN 1090 mit werkseigener Produktionskontrolle und einen Schweißfachbetrieb-Nachweis nach DIN EN ISO 3834. Ohne diese Nachweise darf kein CE-Zeichen auf tragende Bauteile aufgebracht werden.

Die Norm unterscheidet vier Ausführungsklassen von EXC1 bis EXC4, die sich nach Tragwerksklasse und Schadensfolge richten. Ein einfaches Vordach fällt unter EXC1, eine Hallenkonstruktion meist unter EXC2, und mit steigender Klasse wachsen die Anforderungen an Schweißnahtprüfung und Dokumentation.

Für nicht tragende Bauteile wie ein Balkongeländer gilt die Zertifizierungspflicht nicht, wohl aber die Anforderungen der Landesbauordnung an Höhe und Belastbarkeit. Übliche Vorgaben sind 90 Zentimeter Geländerhöhe bis 12 Meter Absturzhöhe und eine horizontale Nutzlast von 0,5 bis 1,0 Kilonewton je laufendem Meter.

Fragen Sie bei tragenden Bauteilen vor der Vergabe nach der Zertifizierungsnummer und der Ausführungsklasse. Ein Betrieb ohne passende Klasse darf den Auftrag nicht ausführen, und ein fehlendes CE-Zeichen wird bei der Bauabnahme zum Problem.

Was kosten Metallbauarbeiten?

Die Stundensätze im Metallbau liegen bei 65 bis 95 Euro für Werkstattarbeit und bei 75 bis 110 Euro für Montage vor Ort. Materialkosten kommen hinzu, bei Baustahl mit 1,20 bis 2,50 Euro je Kilogramm, bei Edelstahl mit 5 bis 9 Euro je Kilogramm.

Die Oberflächenbehandlung ist ein eigener Posten. Feuerverzinken kostet 0,90 bis 1,60 Euro je Kilogramm Bauteilgewicht, eine Pulverbeschichtung zusätzlich 25 bis 45 Euro je Quadratmeter Oberfläche.

Rechenbeispiel

Balkongeländer aus verzinktem Stahl, 6 Meter Länge, 1 Meter Höhe, Füllung aus senkrechten Stäben. Materialgewicht rund 95 Kilogramm, Materialkosten bei 1,80 Euro je Kilogramm also 171 Euro. Fertigung in der Werkstatt mit 9 Stunden zu 78 Euro ergibt 702 Euro, Feuerverzinken 133 Euro, Montage mit 4 Stunden zu 88 Euro weitere 352 Euro. Die Summe liegt bei rund 1.358 Euro netto, also etwa 226 Euro je laufendem Meter.

Der Materialanteil macht damit nur rund 13 Prozent aus, der Rest entfällt auf Arbeitszeit und Oberflächenbehandlung. Genau deshalb schlagen Sonderwünsche bei der Geometrie stärker durch als die Wahl des Werkstoffs.

Woran erkennt man einen geeigneten Metallbaubetrieb?

Ein geeigneter Betrieb weist die für die Aufgabe nötige Zertifizierung nach, erstellt vor der Fertigung eine Werkplanung, nimmt selbst Aufmaß und benennt Ausführungsklasse und Oberflächenbehandlung im Angebot.

Vier Punkte trennen ein belastbares Angebot von einer Preisliste:

  1. Aufmaß vor Ort: Ein Angebot ohne eigenes Aufmaß enthält Toleranzen, die später zu Nacharbeit führen. Bei Bestandsbauten sind rechte Winkel die Ausnahme.
  2. Werkstoff und Oberfläche benannt: Baustahl verzinkt, Edelstahl in der Werkstoffnummer 1.4301 oder 1.4571, Aluminium mit Legierungsangabe. Pauschale Angaben wie Metall sind nicht vergleichbar.
  3. Ausführungsklasse bei tragenden Teilen: EXC1 bis EXC4, mit Verweis auf die Zertifizierung des Betriebs.
  4. Montageleistung abgegrenzt: Wer liefert, wer montiert, wer stellt die Befestigungsmittel, wer trägt die Verantwortung für den Untergrund.

Der letzte Punkt ist bei Geländern und Absturzsicherungen der kritische. Die Tragfähigkeit hängt nicht am Bauteil, sondern am Verbund aus Bauteil, Befestigungsmittel und Untergrund, und dieser Verbund ist nachzuweisen.

Für Sicherungssysteme auf Dächern gelten darüber hinaus eigene Normen und Prüfpflichten, die im Beitrag zur Absturzsicherung auf dem Dach zusammengestellt sind.

Wie lange halten Metallbauteile im Außenbereich?

Feuerverzinkter Baustahl hält im Außenbereich je nach Korrosivitätskategorie 25 bis 50 Jahre ohne Nachbehandlung. Edelstahl der Werkstoffnummer 1.4301 ist in normaler Stadtluft dauerhaft beständig, in Küstennähe und bei Streusalzbelastung ist 1.4571 die sichere Wahl.

Die Korrosivitätskategorien nach DIN EN ISO 12944 reichen von C1 für trockene Innenräume bis C5 für Industrie- und Küstenatmosphäre. In der Kategorie C3, die für die meisten Wohngebiete gilt, liegt der Zinkabtrag bei 0,7 bis 2,1 Mikrometer im Jahr, und eine Verzinkung mit 70 Mikrometern hält damit rechnerisch mehrere Jahrzehnte.

Die häufigste Schadensursache ist nicht Korrosion des Bauteils, sondern Kontaktkorrosion an der Befestigung. Werden verzinkte Bauteile mit Edelstahlschrauben ohne Trennung verbunden, entsteht ein galvanisches Element, das die Verzinkung an der Kontaktstelle abträgt.

Achten Sie deshalb im Angebot auf die Angabe der Befestigungsmittel. Ein hochwertiges Geländer mit ungeeigneten Schrauben rostet an genau vier Punkten, und diese vier Punkte tragen die gesamte Last.