Verbrennungstoilette: Wie der Brennvorgang arbeitet und was er kostet
Eine Verbrennungstoilette verbrennt Feststoffe und Urin bei Temperaturen zwischen 550 und 600 Grad zu einer geringen Menge Asche. Übrig bleiben je Verbrennungsvorgang wenige Gramm, die als Restmüll entsorgt werden. Der Preis für diese Bequemlichkeit ist der Strombedarf: Eine Ladung kostet zwischen 0,8 und 1,5 Kilowattstunden, und der Brenner zieht während des Vorgangs 1,5 bis 2 Kilowatt.

Wie funktioniert eine Verbrennungstoilette?
Eine Verbrennungstoilette sammelt die Hinterlassenschaften in einer feuerfesten Kammer unter dem Sitz und verbrennt sie nach dem Schließen des Deckels vollständig. Ein Gebläse führt die Abgase über ein Rohr nach außen, ein Katalysator baut Geruchsstoffe ab, und zurück bleibt sterile Asche.
Der Ablauf ist bei allen Bauarten gleich. Vor der Nutzung wird ein hitzebeständiger Einlegebeutel in die Schüssel gesetzt, der beim Öffnen einer Klappe in die Brennkammer fällt. Der Brennvorgang startet entweder automatisch nach mehreren Nutzungen oder auf Knopfdruck und dauert je nach Füllmenge 45 bis 90 Minuten.
Zwei Energiequellen sind verbreitet. Elektrische Modelle arbeiten mit einem Heizelement und benötigen 230 Volt, gasbetriebene Modelle nutzen Propan aus einer Flasche und kommen mit 12 Volt für Zündung und Gebläse aus. Für den autarken Betrieb ohne Netzanschluss ist die Gasvariante die praktikablere, weil eine Inselanlage 2 Kilowatt über eine Stunde selten liefert.
Die Energiefrage entscheidet damit bereits vor dem Kauf über die Einsatzmöglichkeit, und sie bestimmt auch die laufende Rechnung.
Was kostet eine Verbrennungstoilette in Anschaffung und Betrieb?
Eine elektrische Verbrennungstoilette kostet zwischen 3.500 und 6.000 Euro, gasbetriebene Modelle liegen zwischen 4.000 und 7.000 Euro. Im Betrieb kommen Strom oder Gas sowie die Einlegebeutel hinzu, zusammen rund 0,25 bis 0,45 Euro je Nutzung.
Die Einzelposten lassen sich gut auseinanderhalten, weil jede davon an der Nutzungshäufigkeit hängt:
- Energie: 0,8 bis 1,5 Kilowattstunden je Brennvorgang. Bei 0,32 Euro je Kilowattstunde sind das 0,26 bis 0,48 Euro, bei Gasbetrieb rund 0,20 bis 0,35 Euro.
- Einlegebeutel: 0,12 bis 0,20 Euro je Stück, notwendig bei jeder Nutzung, nicht bei jedem Brennvorgang.
- Verschleiß: Katalysator und Dichtungen halten je nach Hersteller 4.000 bis 8.000 Zyklen, ein Satz kostet 150 bis 350 Euro.
Ein Brennvorgang fasst mehrere Nutzungen. Bei zwei Personen im Wochenendhaus summiert sich das auf etwa einen Vorgang pro Tag, weshalb die laufenden Kosten überschaubar bleiben.
Rechenbeispiel
Ferienhaus ohne Kanalanschluss, zwei Personen, 100 Nutzungstage im Jahr. Bei rund 8 Nutzungen und einem Brennvorgang pro Tag fallen 100 Brennvorgänge zu je 1,1 Kilowattstunden an, zusammen 110 Kilowattstunden oder rund 35 Euro. Dazu 800 Einlegebeutel für etwa 120 Euro. Die laufenden Kosten liegen damit bei rund 155 Euro im Jahr, verteilt auf 100 Tage also bei 1,55 Euro täglich.
Die Betriebskosten sind damit kalkulierbar, der Einbau stellt die größeren Anforderungen.
Was braucht eine Verbrennungstoilette beim Einbau?
Eine Verbrennungstoilette benötigt eine Abluftleitung nach außen mit 75 bis 110 Millimetern Durchmesser, einen eigenen Stromkreis mit 16 Ampere oder einen Gasanschluss sowie eine nicht brennbare Stellfläche mit den vom Hersteller geforderten Abständen.
Die Abluftleitung ist der Punkt, der nachträglich am meisten Arbeit macht. Das Rohr sollte möglichst gerade und steigend nach außen führen, jeder zusätzliche Bogen verringert den Zug und verlängert die Brennzeit. Eine Durchführung durch die Außenwand mit Wetterschutzgitter ist Standard, eine Führung über Dach erzeugt besseren Zug, kostet aber mehr.
Bei elektrischen Modellen gilt dieselbe Regel wie bei jedem Gerät mit hoher Dauerlast: eigener Stromkreis, eigene Sicherung. Läuft die Toilette auf demselben Kreis wie Kühlschrank und Wasserpumpe, fliegt die Sicherung beim Anheizen.
Für den Gasbetrieb schreiben die technischen Regeln für Flüssiggas einen belüfteten Aufstellraum und eine regelmäßige Dichtheitsprüfung vor. Lassen Sie die Anlage vom Fachbetrieb abnehmen, weil die Gebäudeversicherung diesen Nachweis im Schadensfall verlangt.
Wo diese Voraussetzungen nicht herstellbar sind, bleibt eine Lösung ohne Energiebedarf die naheliegendere.
Für wen lohnt sich eine Verbrennungstoilette?
Eine Verbrennungstoilette lohnt sich bei ganzjähriger Nutzung, bei vorhandenem Netzanschluss und überall dort, wo niemand Behälter tragen will oder kann. Bei gelegentlicher Nutzung im Sommergarten steht der Anschaffungspreis in keinem Verhältnis zum Nutzen.
| Kriterium | Verbrennungstoilette | Trockentrenntoilette |
|---|---|---|
| Anschaffung | 3.500 bis 7.000 Euro | 400 bis 1.200 Euro |
| Energiebedarf | 1,5 bis 2 Kilowatt beim Brennen | 0,5 bis 1 Watt für den Lüfter |
| Entsorgung | wenige Gramm Asche in den Restmüll | Behälterwechsel alle 2 bis 4 Wochen |
| Installation | Abluft und eigener Stromkreis | Entlüftungsrohr, sonst nichts |
| Frostempfindlich | nein | nein |
| Geeignet für Inselbetrieb | nur Gasvariante | ja |
Der entscheidende Vorteil liegt im Handling. Es gibt keinen vollen Behälter, keinen Urinkanister und keinen Gang zur Entsorgungsstation. Für Menschen mit Rückenproblemen ist das der eigentliche Grund für die Anschaffung, nicht die Technik.
Wer dagegen ohne Netzanschluss auskommen muss, fährt mit einer Trennlösung besser. Wie eine solche Anlage im Fahrzeug eingebaut wird und was sie im Alltag verlangt, zeigt der Beitrag zur Trenntoilette im Reisemobil.
Im Gartenhaus konkurriert die Verbrennungstoilette mit vier weiteren Bauarten, deren Stärken und Grenzen die Übersicht zu den Systemen für eine Gartentoilette gegenüberstellt.
Wie wird eine Verbrennungstoilette gewartet?
Eine Verbrennungstoilette wird nach jeder vollen Ascheschale geleert, was bei durchschnittlicher Nutzung alle zwei bis vier Wochen ansteht. Der Katalysator und die Abluftleitung werden einmal jährlich kontrolliert und die Brennkammer von Ascheanhaftungen befreit.
Der Aschebehälter fasst bei den meisten Geräten 50 bis 80 Nutzungen. Die Asche ist geruchlos, steril und kühl, sobald der Brennvorgang abgeschlossen ist, und wird in den Restmüll gegeben. Eine Verwertung im Garten ist nicht vorgesehen, weil der Nährstoffgehalt gering und der pH-Wert hoch ist.
Der Katalysator baut die Geruchsstoffe im Abgas ab und ist ein Verschleißteil. Ein nachlassender Katalysator macht sich dadurch bemerkbar, dass während des Brennvorgangs Geruch nach außen dringt. Der Wechsel dauert rund 30 Minuten und ist bei den meisten Modellen ohne Fachbetrieb möglich.
Prüfen Sie einmal im Jahr auch das Abluftgitter an der Außenwand. Vogelnester und Spinnweben verringern den Querschnitt, und ein zu geringer Zug verlängert nicht nur den Brennvorgang, sondern verändert auch, was am Ende aus dem Rohr austritt.
Was kommt aus der Abluft einer Verbrennungstoilette?
Aus der Abluftleitung treten Wasserdampf, Kohlendioxid und geringe Mengen Stickoxide aus. Ein Katalysator baut Geruchsstoffe und unverbrannte Bestandteile ab, solange er intakt ist. Ruß entsteht bei bestimmungsgemäßem Betrieb nicht, weil die Verbrennung mit Luftüberschuss geführt wird.
Die Abluft ist damit rechtlich unkritisch. Eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ist für Geräte dieser Größenordnung nicht erforderlich, und eine Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger entfällt bei elektrischen Modellen ebenfalls.
Anders liegt der Fall beim Gasbetrieb. Eine gasbetriebene Verbrennungstoilette ist eine Feuerstätte im Sinne der Feuerungsverordnung, und damit gelten Anforderungen an Aufstellraum, Verbrennungsluftversorgung und Abgasführung. Die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger ist in diesem Fall Pflicht.
Für die Nachbarschaft bleibt der Betrieb meist unauffällig, weil während des Brennvorgangs weder Rauch noch nennenswerter Geruch austritt. Auffällig wird eine Anlage erst mit verbrauchtem Katalysator.
Welche Störungen treten an Verbrennungstoiletten auf?
Die häufigsten Störungen sind ein abgebrochener Brennvorgang durch zu volle Kammer, ein verstopftes Abluftrohr und ein defekter Temperaturfühler. Alle drei melden die Geräte über eine Fehleranzeige, und alle drei lassen sich ohne Fachbetrieb beheben.
Ein abgebrochener Brennvorgang hat fast immer dieselbe Ursache: zu viele Nutzungen ohne zwischenzeitliches Brennen. Die Kammer ist dann überfüllt, die Temperatur erreicht den Sollwert nicht, und die Steuerung schaltet ab. Entfernen Sie einen Teil des Inhalts und starten Sie den Vorgang erneut.
Das Abluftrohr verstopft bei langen Leitungen mit mehreren Bögen, weil sich dort Kondensat und Staub absetzen. Ein Reinigungsdurchgang mit einer Rohrbürste einmal jährlich verhindert das zuverlässig.
Der Temperaturfühler ist das einzige Bauteil, dessen Ausfall die Anlage stilllegt. Ersatzfühler kosten zwischen 60 und 140 Euro und sind bei den meisten Modellen über eine Serviceklappe zugänglich. Halten Sie die Gerätenummer bereit, weil die Fühler zwischen Baureihen nicht austauschbar sind.