Gartentoilette: Welches System ohne Kanalanschluss funktioniert

Eine Gartentoilette ohne Kanalanschluss lässt sich auf fünf verschiedene Arten umsetzen, und nur drei davon kommen ohne Abwasser aus. Welches System zulässig ist, entscheidet nicht der Platz im Gartenhaus, sondern die kommunale Abwassersatzung und, bei Kleingärten, die Ordnung des Vereins. Die Spanne bei den Anschaffungskosten reicht von rund 200 Euro für eine einfache Trockentoilette bis über 6.000 Euro für eine Verbrennungstoilette.

Gartenhaus mit eingebauter Trockentoilette und Holzverkleidung

Welche Toilettensysteme gibt es für den Garten?

Für Gartengrundstücke ohne Kanalanschluss stehen fünf Systeme zur Verfügung: Trockentrenntoilette, Komposttoilette, Verbrennungstoilette, Chemietoilette und die Spültoilette an einer abflusslosen Sammelgrube. Die ersten drei erzeugen kein Abwasser und sind deshalb genehmigungsrechtlich am einfachsten.

Die Systeme unterscheiden sich weniger im Komfort als in der Frage, was am Ende entsorgt werden muss:

  • Trockentrenntoilette: Trennt Urin und Feststoffe direkt unter dem Sitz. Der Urinkanister fasst 8 bis 12 Liter, der Feststoffbehälter wird mit Einstreu betrieben. Kein Wasser, kein Strom, kein Zusatz.
  • Komposttoilette: Führt die Feststoffe einer Verrottung zu, entweder im Behälter unter dem Sitz oder in einem separaten Kompostbehälter. Braucht Zeit, Belüftung und einen Platz für den Rotteprozess.
  • Verbrennungstoilette: Verbrennt die Feststoffe bei rund 550 Grad zu Asche. Benötigt einen Stromanschluss mit 1,5 bis 2 Kilowatt oder einen Gasbetrieb sowie ein Abluftrohr nach außen.
  • Chemietoilette: Sammelt alles in einem Tank und hält ihn mit einem Sanitärzusatz geruchsfrei. Der Inhalt gehört ausschließlich in eine Entsorgungsstation.
  • Spültoilette mit Sammelgrube: Gewohnter Komfort, dafür laufende Abfuhrkosten und eine Gestattung der Gemeinde als Voraussetzung.

Die Trockentrenntoilette hat sich im Gartenhaus durchgesetzt, weil sie das Geruchsproblem an der Wurzel löst. Gerüche entstehen erst, wenn Urin und Feststoffe zusammentreffen und der Harnstoff bakteriell zu Ammoniak abgebaut wird. Eine Trenntoilette von www.biotioo.com verhindert genau diese Reaktion, indem beides von Anfang an getrennt aufgefangen wird.

Welches System am Ende infrage kommt, hängt allerdings weniger von der Technik ab als von der Frage, ob überhaupt gebaut werden darf.

Braucht eine Toilette im Gartenhaus eine Genehmigung?

Der Einbau einer Trockentoilette in ein bestehendes Gartenhaus ist in der Regel genehmigungsfrei, weil weder ein Abwasseranschluss noch eine bauliche Änderung entsteht. Sobald eine Spültoilette mit Grube oder Anschluss geplant ist, wird ein wasserrechtliches Verfahren fällig.

Die Trennlinie verläuft am Abwasser. Eine Trockentoilette erzeugt Abfall, keine Abwasseranlage, und fällt damit nicht unter die Abwassersatzung. Eine Spültoilette erzeugt häusliches Abwasser, und dessen Beseitigung ist nach Paragraf 55 Wasserhaushaltsgesetz geregelt und anzeigepflichtig.

Ein zweiter Punkt betrifft das Gartenhaus selbst. Wird durch den Einbau von Sanitäranlagen aus der Gartenlaube ein Gebäude mit Aufenthaltsraum, kann die Baubehörde das Vorhaben neu bewerten. Im Außenbereich nach Paragraf 35 Baugesetzbuch führt das regelmäßig zur Ablehnung.

Ist eine Komposttoilette genehmigungspflichtig?

Eine Komposttoilette selbst ist baurechtlich genehmigungsfrei, die Verwertung ihres Inhalts dagegen nicht. Fäkalkompost gilt abfallrechtlich als Bioabfall und darf weder auf Nutzflächen noch in Gewässernähe ausgebracht werden. In Wasserschutzgebieten der Zone II ist der Betrieb häufig ganz untersagt.

Die Praxis sieht in vielen Kommunen anders aus, und genau daraus entstehen Streitigkeiten. Fragen Sie vor dem Kauf bei der Unteren Abfallbehörde nach, wie der Inhalt entsorgt werden soll. Die übliche Auskunft lautet Restmüll, weil eine Eigenkompostierung von Fäkalien nur unter kontrollierten Bedingungen zulässig ist.

Steht die rechtliche Seite, folgt die praktische Frage nach Einbau und Belüftung.

Wie wird eine Toilette im Gartenhaus eingebaut?

Der Einbau einer Trockentrenntoilette benötigt eine tragfähige, waagerechte Stellfläche von rund 60 mal 60 Zentimetern, eine Entlüftung nach außen und einen Zugang zum Behälterwechsel. Wasser- und Abwasserleitungen entfallen vollständig.

Die Entlüftung ist der Punkt, an dem die meisten Einbauten scheitern. Ein 12-Volt-Lüfter mit 0,5 bis 1 Watt zieht Luft aus dem Feststoffbehälter ab und führt sie über ein Rohr mit 40 bis 75 Millimetern Durchmesser nach außen. Ohne diesen Unterdruck gelangt Feuchtigkeit in den Raum, und der Behälterinhalt bleibt nass statt zu trocknen.

Für die Stromversorgung genügt ein kleines Solarmodul mit 10 bis 20 Watt und ein Akku, wenn kein Netzanschluss vorhanden ist. Der Jahresverbrauch eines Entlüfters liegt bei rund 7 Kilowattstunden und damit in einer Größenordnung, die jede Inselanlage deckt.

Rechenbeispiel

Gartenhaus mit 15 Quadratmetern, Nutzung an 80 Tagen im Jahr durch zwei Personen. Eine Trockentrenntoilette für rund 700 Euro, dazu Einstreu für etwa 60 Euro im Jahr und ein Solarlüfter für 90 Euro einmalig. Im ersten Jahr summiert sich das auf rund 850 Euro, ab dem zweiten Jahr bleiben 60 Euro laufende Kosten. Eine Spültoilette an einer Sammelgrube läge allein bei den jährlichen Abfuhrkosten über diesem Betrag.

Die Rechnung verschiebt sich noch einmal deutlich, sobald die Toilette ganzjährig genutzt wird.

Welches Toilettensystem passt zu welchem Garten?

Für gelegentliche Nutzung im Sommer genügt eine einfache Trockentrenntoilette, für ganzjährige Nutzung mit Stromanschluss eignet sich eine Verbrennungstoilette, und wo mehrere Parteien dieselbe Anlage nutzen, ist eine Lösung mit größerem Sammelvolumen sinnvoll.

Nutzung Empfohlenes System Laufende Kosten im Jahr
Wochenendgarten, Sommer Trockentrenntoilette 50 bis 90 Euro Einstreu
Ganzjährig, Stromanschluss vorhanden Verbrennungstoilette 120 bis 200 Euro Strom und Beutel
Ganzjährig, ohne Strom Trockentrenntoilette mit größerem Behälter 90 bis 140 Euro
Wohnmobil oder Anhänger Trenntoilette in Kassettenmaß 40 bis 80 Euro
Vereinsgelände, mehrere Nutzer Sammelgrube mit Abfuhr 400 bis 900 Euro

Die Verbrennungstoilette ist dabei die einzige Lösung, die gar keinen Behälter zum Tragen erzeugt. Wie der Brennvorgang abläuft und was er an Strom kostet, steht in der Übersicht zur Toilette mit Verbrennungseinheit.

Wer dagegen eine Spültoilette behalten will, landet zwangsläufig wieder beim Abwasserrecht und damit bei der Frage, warum die Versickerung im Gartenboden seit Jahrzehnten nicht mehr zulässig ist.

Wie wird der Inhalt einer Gartentoilette entsorgt?

Feststoffe aus Trocken- und Trenntoiletten gehören mit dem Einstreu in den Restmüll, Urin wird verdünnt über die Hausentwässerung entsorgt. Asche aus Verbrennungstoiletten ist Restmüll, der Inhalt einer Chemietoilette gehört ausschließlich in eine ausgewiesene Entsorgungsstation.

Bei Urin gilt eine Verdünnung von mindestens eins zu acht, wenn er im Garten verwertet werden soll, und selbst dann nur auf Zierflächen, niemals auf Gemüsebeeten und niemals in Wasserschutzgebieten. Die einfachste und rechtlich sauberste Lösung bleibt die eigene Toilette zu Hause.

Für Feststoffe hat sich der kompostierbare Beutel durchgesetzt. Er wird mit Einstreu befüllt, nach dem Wechsel verschlossen und als Restmüll entsorgt. Eine Eigenkompostierung ist nur in einer geschlossenen Rotteeinheit über mindestens zwölf Monate sinnvoll, und die wenigsten Gärten bieten dafür den Platz.

Halten Sie den Entsorgungsweg vor dem Kauf schriftlich fest, wenn die Anlage auf einem Pachtgrundstück steht. Verpächter und Vereine regeln diesen Punkt sehr unterschiedlich, und ein geklärter Entsorgungsweg ist zugleich die halbe Antwort auf die Frage, warum manche Gartentoiletten riechen und andere nicht.

Wie bleibt eine Gartentoilette geruchsfrei?

Eine Gartentoilette bleibt geruchsfrei, wenn Urin und Feststoffe getrennt bleiben, der Feststoffbehälter dauerhaft belüftet wird und das Einstreu Feuchtigkeit bindet. Diese drei Bedingungen wirken zusammen, das Weglassen einer einzelnen reicht aus, um das Ergebnis zu verderben.

Der chemische Vorgang dahinter ist schnell erklärt. Urin enthält Harnstoff, der von Bakterien aus dem Darm in Ammoniak umgewandelt wird, und Ammoniak ist der stechende Geruch, den jeder aus schlecht gepflegten Anlagen kennt. Solange beide Stoffe getrennt bleiben, findet diese Umwandlung nicht statt.

Die Belüftung übernimmt den zweiten Teil. Ein Lüfter mit 0,5 bis 1 Watt erzeugt im Behälter einen leichten Unterdruck, sodass Luft von der Sitzöffnung nach unten und durch das Rohr nach außen strömt. Dadurch gelangt kein Geruch in den Raum, und der Inhalt trocknet, statt zu faulen.

Als Einstreu eignen sich Kokosfaser, Rindenhumus, Hanfstreu und Sägespäne aus unbehandeltem Holz. Katzenstreu auf Bentonitbasis ist ungeeignet, weil es verklumpt und am Behälter haften bleibt. Eine Handvoll auf den Behälterboden und eine kleine Portion nach jeder Nutzung genügen.

Bleibt der Geruch trotz aller drei Maßnahmen, liegt es fast immer an einer undichten Stelle im Lüftungsweg oder an einem Behälter, der zu lange steht.

Wie wird eine Gartentoilette winterfest gemacht?

Eine Trockentoilette wird winterfest, indem beide Behälter geleert, gereinigt und trocken gelagert werden. Frost schadet der Anlage nicht, solange keine Flüssigkeit im System steht. Bei Verbrennungstoiletten wird zusätzlich die Abluftleitung gegen eindringende Feuchtigkeit gesichert.

Der Urinkanister ist dabei das empfindlichste Teil. Gefriert Restflüssigkeit, dehnt sie sich aus und sprengt im ungünstigsten Fall den Kunststoff an der Naht. Ein vollständig entleerter und ausgespülter Kanister übersteht dagegen jeden Winter.

Der Lüfter bleibt im Winterlager abgeschaltet, wenn die Anlage leer ist. Läuft er weiter, zieht er kalte Feuchtluft durch den Behälter, und an den Innenwänden schlägt sich Kondenswasser nieder.

Prüfen Sie im Frühjahr die Dichtungen am Behälterdeckel. Kunststoffdichtungen werden bei Frost spröde, und eine undichte Stelle am Feststoffbehälter fällt im Sommer genau dann auf, wenn die Anlage wieder in Betrieb ist.