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PSAgA Unterweisung: Pflichten, Ablauf und gesetzliche Anforderungen

PSAGA Unterweisung

Wer in absturzgefährdeten Bereichen arbeitet und dabei Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) trägt, braucht eine fundierte Unterweisung. Die PSAgA Unterweisung ist gesetzlich vorgeschrieben und stellt sicher, dass Anwender Auffanggurte, Verbindungsmittel und Höhensicherungsgeräte korrekt verwenden. Ohne diese Schulung darf kein Beschäftigter mit PSAgA auf einem Dach, an einer Fassade oder in anderen absturzgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Fachbetriebe wie Roth Absturzsicherungen & Dachabdichtung führen diese Schulungen sowohl in der eigenen Akademie als auch direkt beim Kunden vor Ort durch. Dieser Artikel erklärt dir die rechtlichen Grundlagen, den konkreten Ablauf und die wichtigsten Unterschiede zwischen Erstunterweisung und Wiederholungsschulung.

Was ist eine PSAgA Unterweisung?

Eine PSAgA Unterweisung ist eine vorgeschriebene Schulung für alle Beschäftigten, die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz verwenden. Sie vermittelt theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten im Umgang mit Auffanggurten, Falldämpfern, Höhensicherungsgeräten und Rettungsausrüstungen. Die Rechtsgrundlage bilden die DGUV Regel 112-198, das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG § 12) und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).

Die Unterweisung verfolgt drei zentrale Ziele: Erstens sollen Anwender ihre Ausrüstung sicher anlegen und verwenden können. Zweitens lernen sie, Gefahrensituationen zu erkennen und Anwenderfehler zu vermeiden. Drittens befähigt die Schulung zur Rettung von Kollegen nach einem Sturz in den Auffanggurt – ein zeitkritischer Faktor, da das sogenannte Hängetrauma bereits nach wenigen Minuten lebensbedrohlich werden kann.

Wer muss eine PSAgA Unterweisung absolvieren?

Die Pflicht zur PSAgA Unterweisung betrifft jeden Beschäftigten, der in absturzgefährdeten Bereichen mit individueller Schutzausrüstung arbeitet. Das umfasst Dachdecker, Fassadenreiniger, Monteure von Photovoltaikanlagen, Wartungstechniker auf Industriedächern, Schornsteinfeger und alle weiteren Berufsgruppen, die regelmäßig oder gelegentlich an Absturzkanten tätig sind.

Auch Personen, die nur selten auf ein Dach steigen – etwa für die jährliche Wartung einer Klimaanlage – benötigen eine gültige Unterweisung. Die Verantwortung liegt beim Arbeitgeber: Er muss sicherstellen, dass alle betroffenen Mitarbeiter geschult sind, bevor sie mit PSAgA ausgestattet werden. Bei Leiharbeitern oder Subunternehmern muss die Unterweisungspflicht vertraglich geregelt und dokumentiert sein.

Wie läuft eine PSAgA Unterweisung ab?

Theoretischer Teil

Der theoretische Block vermittelt die rechtlichen Grundlagen der Absturzsicherung auf dem Dach, die verschiedenen Systemtypen (Sekuranten, Seilsysteme, Geländer) sowie die Funktionsweise einzelner PSAgA-Komponenten. Die Teilnehmer lernen, welche Kräfte im Sturzfall wirken und warum die richtige Kombination aus Auffanggurt, Verbindungsmittel und Anschlagpunkt entscheidend ist. Ebenso werden typische Fehler besprochen – etwa das Einhaken oberhalb der maximalen Seillänge oder die Verwendung beschädigter Ausrüstung.

Themen im theoretischen Teil sind unter anderem die Sturzfaktorberechnung, die Funktion von Falldämpfern, der Unterschied zwischen Rückhaltesystemen und Auffangsystemen sowie die Sichtprüfung der Ausrüstung vor jedem Einsatz. Die DGUV Regel 112-198 schreibt vor, dass auch die Rettung nach einem Sturz theoretisch behandelt wird.

Praktischer Teil

Im praktischen Abschnitt legen die Teilnehmer Auffanggurte an, üben das korrekte Einhaken in verschiedene Anschlagpunkte und simulieren Rettungsszenarien. Erfahrene Trainer demonstrieren die Handgriffe und korrigieren Anwenderfehler direkt. Der praktische Teil findet idealerweise an einem Übungsturm oder an realen Dachsicherungssystemen statt.

Roth Absturzsicherungen & Dachabdichtung setzt dabei auf Trainer aus der Praxis, die selbst als Monteure im Bereich Absturzsicherung arbeiten. Dieser Ansatz – vom Anwender zum Anwender – sorgt dafür, dass die Schulungsinhalte nah am Arbeitsalltag der Teilnehmer bleiben. Die Seminare nutzen herstellerunabhängige Ausrüstung, damit die Schulung auf die konkret im Betrieb verwendeten Produkte angepasst werden kann.

Dokumentation und Nachweis

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten alle Beschäftigten eine schriftliche Teilnahmebestätigung. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Nachweise aufzubewahren. Die Dokumentation umfasst den Namen des Teilnehmers, das Datum der Unterweisung, die behandelten Inhalte und den Namen des Unterweisenden. Im Falle eines Unfalls fordern Berufsgenossenschaften und Aufsichtsbehörden genau diese Nachweise ein.

Wie oft muss die PSAgA Unterweisung wiederholt werden?

Erstunterweisung

Die Erstunterweisung muss vor der ersten Benutzung von PSAgA erfolgen. Neue Mitarbeiter, Auszubildende oder Beschäftigte, die erstmals in absturzgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, durchlaufen die vollständige Schulung mit Theorie- und Praxisteil. Ohne dokumentierte Erstunterweisung darf kein Beschäftigter PSAgA verwenden.

Jährliche Wiederholungsunterweisung

Die DGUV Regel 112-198 fordert mindestens eine jährliche Wiederholungsunterweisung. Diese frischt das Wissen auf, behandelt Neuerungen bei Normen oder Ausrüstung und schließt erneut praktische Übungen ein. Die Wiederholungsunterweisung fällt kürzer aus als die Erstschulung, umfasst aber zwingend einen praktischen Anteil. Viele Betriebe kombinieren die Wiederholungsunterweisung mit der jährlichen Prüfung der Absturzsicherungssysteme auf dem Dach – das spart Organisationsaufwand und stellt sicher, dass beide Pflichten zeitgleich erfüllt werden.

Anlassbezogene Unterweisung

Zusätzlich zur Jahresunterweisung ist eine anlassbezogene Schulung erforderlich bei Einführung neuer Ausrüstung, nach einem Beinahe-Unfall, bei Änderungen an den Absturzsicherungssystemen oder wenn ein Beschäftigter länger als sechs Monate nicht mit PSAgA gearbeitet hat.

Tipps für Arbeitgeber: PSAgA Unterweisung effizient organisieren

Schulungstermine frühzeitig planen

Lege die jährlichen Unterweisungstermine zu Jahresbeginn fest und dokumentiere sie im Arbeitsschutzkalender. So vermeidest du abgelaufene Unterweisungsnachweise und stellst sicher, dass kein Mitarbeiter ohne gültige Schulung auf ein Dach steigt.

Externe Schulungsanbieter nutzen

Spezialisierte Anbieter wie Roth Absturzsicherungen & Dachabdichtung führen die Schulungen wahlweise in der eigenen Akademie oder direkt im Betrieb des Kunden durch. Die Vor-Ort-Variante hat den Vorteil, dass an den tatsächlich vorhandenen Sicherungssystemen geübt wird. Teilnehmer trainieren mit genau der Ausrüstung, die sie im Arbeitsalltag verwenden.

PSAgA-Schulung mit Rettungsübung kombinieren

Die DGUV Regel 112-199 schreibt zusätzlich eine Ausbildung zur Rettung aus Höhen und Tiefen vor. Wer beide Schulungen als kombinierte Unterweisung bucht, spart Zeit und Kosten. Die Teilnehmer lernen in einem Seminar sowohl die korrekte Anwendung der PSAgA als auch die Rettung eines verunglückten Kollegen aus dem Auffanggurt.

Häufig gestellte Fragen zur PSAgA Unterweisung

Darf der Arbeitgeber die PSAgA Unterweisung selbst durchführen?

Grundsätzlich ja, sofern der Unterweisende über die notwendige Sachkunde verfügt. Die DGUV empfiehlt jedoch, die Schulung durch erfahrene externe Trainer durchführen zu lassen, die sowohl die rechtlichen Grundlagen als auch die praktische Anwendung aus dem Arbeitsalltag kennen. Ein externer Schulungsnachweis hat zudem im Streitfall höhere Beweiskraft.

Wie lange dauert eine PSAgA Unterweisung?

Die Erstunterweisung dauert in der Regel einen vollen Arbeitstag (sechs bis acht Stunden) inklusive Theorie- und Praxisteil. Wiederholungsunterweisungen sind mit vier bis sechs Stunden kürzer. Die genaue Dauer hängt von der Teilnehmerzahl und den eingesetzten Sicherungssystemen ab.

Was passiert, wenn die Unterweisung fehlt?

Ohne gültige PSAgA Unterweisung darf ein Beschäftigter nicht in absturzgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Bei einem Unfall ohne Schulungsnachweis drohen dem Arbeitgeber Bußgelder der Berufsgenossenschaft, Regressforderungen und strafrechtliche Konsequenzen wegen Verletzung der Fürsorgepflicht.

Fazit: PSAgA Unterweisung ist Pflicht und Lebensversicherung zugleich

Die PSAgA Unterweisung schützt Beschäftigte vor Abstürzen und sichert Arbeitgeber rechtlich ab. Erstunterweisung vor dem ersten Einsatz, jährliche Wiederholungsschulung und lückenlose Dokumentation sind die drei Säulen, die jeder Betrieb umsetzen muss. Kombiniert mit der richtigen Absturzsicherung auf dem Dach entsteht ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, das Menschenleben schützt und gesetzliche Anforderungen zuverlässig erfüllt.