Sauna lüften: Wie die Zirkulation zwischen Ofen und Liege entsteht

Eine Sauna wird über zwei feste Öffnungen belüftet, nicht über die Tür. Die Zuluft tritt unten in Ofennähe ein, die Abluft verlässt die Kabine diagonal gegenüber in Bodennähe, und dazwischen entsteht die Zirkulation, die frische Luft an die Liegen bringt. Pro Person und Stunde werden dabei rund 6 Kubikmeter Luft ausgetauscht. Fehlt diese Führung, bleibt die Luft an den Liegen sauerstoffarm und das Holz trocknet nach dem Saunagang nicht ab.

Belüftungsöffnung unter der Saunabank mit verstellbarem Schieber

Wie funktioniert die Belüftung einer Sauna?

Die Zuluftöffnung sitzt unter oder hinter dem Ofen etwa 10 Zentimeter über dem Boden, die Abluftöffnung diagonal gegenüber ebenfalls in Bodennähe. Der Ofen erwärmt die eintretende Luft, sie steigt auf, kühlt an der gegenüberliegenden Wand ab und sinkt zur Abluftöffnung.

Dieser Kreislauf wird als Saunazirkulation bezeichnet und ist der Grund für die diagonale Anordnung. Säßen beide Öffnungen auf derselben Seite, würde die frische Luft direkt wieder abgesaugt, ohne die Liegen zu erreichen. Die Diagonale zwingt den Luftstrom durch den gesamten Kabinenquerschnitt.

Die Öffnungsgrößen richten sich nach der Ofenleistung. Als Richtwert gelten 35 Quadratzentimeter Querschnitt je Kilowatt Ofenleistung, bei einem 8-Kilowatt-Ofen also rund 280 Quadratzentimeter, was einer Öffnung von etwa 20 mal 14 Zentimetern entspricht.

Die Abluft wird über einen Schieber geregelt, und genau dieser Schieber wird im Betrieb am häufigsten falsch bedient.

Wie wird die Abluft während des Saunagangs eingestellt?

Während des Aufheizens bleibt die Abluftöffnung geschlossen oder nur einen Spalt offen, während des Saunagangs wird sie zur Hälfte bis ganz geöffnet, und nach dem letzten Gang bleibt sie mit offener Tür vollständig offen. Die Zuluft bleibt in allen drei Phasen unverändert offen.

Die drei Phasen haben unterschiedliche Ziele und deshalb unterschiedliche Einstellungen:

  • Aufheizen: Abluft fast geschlossen. Die Kabine erreicht die Zieltemperatur schneller, weil weniger warme Luft entweicht.
  • Saunagang: Abluft halb bis ganz geöffnet. Der Luftwechsel bringt Sauerstoff an die Liegen und führt Feuchtigkeit ab.
  • Nachtrocknen: Abluft ganz offen, Kabinentür offen, Ofen aus. Die Restwärme trocknet Holz und Liegen, was Stockflecken verhindert.

Das Nachtrocknen wird am häufigsten ausgelassen und ist zugleich der wichtigste Schritt für die Haltbarkeit. Nach einem Saunaabend mit drei Aufgüssen befinden sich mehrere Liter Wasser als Dampf und als Schweiß im Holz, und dieses Wasser muss heraus, bevor die Kabine geschlossen wird.

Wie stark die Belüftung am Ende wirkt, hängt allerdings auch davon ab, was außerhalb der Kabine passiert.

Warum braucht auch der Saunaraum eine Belüftung?

Die Feuchtigkeit aus der Kabine gelangt beim Türöffnen und über die Abluft in den umgebenden Raum. Ohne Lüftungsmöglichkeit im Saunaraum selbst steigt dort die relative Luftfeuchte, und an kalten Außenwänden schlägt sich Kondenswasser nieder.

Im Keller ist dieser Punkt kritisch, weil Kellerwände im Sommer kühler sind als die Raumluft. Ein Fenster zum Querlüften nach dem Saunagang oder ein Abluftventilator mit 60 bis 120 Kubikmetern pro Stunde löst das Problem.

Für fensterlose Räume gilt eine einfache Regel: Der Abluftventilator läuft noch eine Stunde nach dem letzten Saunagang weiter. Eine Nachlaufsteuerung kostet zwischen 40 und 90 Euro und verhindert den häufigsten Bauschaden im Zusammenhang mit Heimsaunen.

Rechenbeispiel

Kabine mit 6 Kubikmetern, zwei Personen, drei Aufgüsse mit je 0,3 Litern Wasser. Zusammen mit der Schweißabgabe von rund 0,8 Litern je Person gelangen an einem Saunaabend etwa 2,5 Liter Wasser in die Kabine. Bei einem Luftwechsel von 6 Kubikmetern je Person und Stunde und drei Stunden Betrieb werden rund 36 Kubikmeter Luft ausgetauscht, was den größten Teil dieser Feuchte abführt. Der Rest verlässt die Kabine beim Nachtrocknen.

Die Zahlen erklären, warum eine dichte Kabine ohne Lüftungsöffnungen nach wenigen Monaten muffig riecht.

Welche Fehler treten bei der Saunabelüftung auf?

Die häufigsten Fehler sind eine fehlende Zuluftöffnung, eine Abluftöffnung auf derselben Wandseite wie die Zuluft, ein dauerhaft geschlossener Schieber und das Weglassen des Nachtrocknens. Jeder davon führt zu schlechter Luft an den Liegen oder zu Feuchteschäden im Holz.

Die fehlende Zuluftöffnung entsteht meist beim Selbstaufbau, weil die Öffnung im Bausatz nicht vorgestanzt ist. Ohne Zuluft zieht der Ofen seine Verbrennungsluft aus Undichtigkeiten, und die Zirkulation kommt nicht zustande.

Eine falsch platzierte Abluft ist schwerer zu erkennen, weil die Kabine die Temperatur trotzdem erreicht. Bemerkbar wird sie an den Liegen: Die Luft wirkt stickig, obwohl das Thermometer die richtige Temperatur zeigt, und der Saunagang fühlt sich kürzer erträglich an als gewohnt.

Ein dauerhaft geschlossener Abluftschieber hat denselben Effekt und lässt sich in Sekunden beheben. Prüfen Sie die Stellung vor jedem Saunagang, weil Schieber bei der Reinigung regelmäßig zugeschoben werden.

Wo die Belüftung stimmt, verlängert sie die Lebensdauer der Kabine erheblich, und daran hängt auch die Reinigung.

Wie wird die Sauna nach dem Saunagang gepflegt?

Nach dem letzten Saunagang wird die Kabine mit offener Tür und offener Abluft nachgetrocknet, Liegen und Rückenlehnen werden trocken gewischt. Einmal im Monat werden die Liegeflächen mit Schleifpapier der Körnung 120 abgezogen, Reinigungsmittel und Öle gehören nicht in die Kabine.

Rohes Holz nimmt Schweiß auf und gibt ihn beim Aufheizen wieder ab. Eine versiegelte Oberfläche kann das nicht und riecht nach wenigen Wochen streng, weshalb in Saunakabinen grundsätzlich nicht lackiert oder geölt wird.

Ein Handtuch unter dem gesamten Körper verlängert die Lebensdauer der Liegen stärker als jede Behandlung, weil der Schweiß gar nicht erst ins Holz gelangt. Genau das ist auch der Grund für die Regel in öffentlichen Saunen.

Der Ofen selbst braucht wenig. Die Saunasteine werden einmal jährlich entnommen, gereinigt und auf Risse geprüft, weil zerfallene Steine den Luftstrom durch den Ofen behindern und die Heizstäbe überlasten.

Welche Belüftung braucht eine Außensauna?

Eine Außensauna wird nach demselben Prinzip belüftet wie eine Innensauna, braucht aber zusätzlich eine Entlüftung des Unterbodens und bei Holzofen einen separaten Verbrennungsluftweg. Die Zuluft darf nicht aus dem beheizten Kabinenraum stammen, weil der Ofen sonst mit der Raumluft konkurriert.

Der Unterboden ist der Punkt, der bei Gartensaunen am häufigsten fehlt. Steht die Kabine direkt auf einer geschlossenen Betonplatte, staut sich Feuchtigkeit unter dem Kabinenboden, und das Holz verzieht sich von unten. Punktfundamente mit Luft dazwischen lösen das dauerhaft.

Bei Holzöfen schreibt die Feuerungsverordnung eine ausreichende Verbrennungsluftversorgung vor. In der Praxis bedeutet das eine eigene Öffnung mit mindestens 150 Quadratzentimetern in Ofennähe, die der Bezirksschornsteinfeger bei der Abnahme prüft.

Welche weiteren Anforderungen eine Sauna im Freien erfüllen muss und ab wann das Bauamt zustimmen muss, ist im Beitrag zur Gartensauna und ihrer Planung im Einzelnen beschrieben.