Toilette im Schrebergarten: Bundeskleingartengesetz und Gartenordnung
Eine Toilette im Schrebergarten ist erlaubt, eine Wasserspültoilette dagegen in den meisten Kleingartenanlagen nicht. Maßgeblich sind das Bundeskleingartengesetz, die Rahmenkleingartenordnung des Landesverbands und die Gartenordnung des Vereins, und diese drei Ebenen widersprechen sich gelegentlich. Die Laube selbst darf nach Paragraf 3 Bundeskleingartengesetz höchstens 24 Quadratmeter Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz haben.

Ist eine Toilette im Schrebergarten erlaubt?
Eine Trockentoilette ist in fast allen Kleingartenanlagen zulässig, eine Spültoilette mit Anschluss oder Grube dagegen nur, wenn die Gartenordnung sie ausdrücklich gestattet. Grundlage ist Paragraf 3 Bundeskleingartengesetz, wonach die Laube nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein darf.
Der Gesetzgeber hat diesen Satz bewusst offen formuliert, und die Verbände legen ihn seitdem eng aus. Eine Wasserspültoilette mit Anschluss an eine Sammelgrube gilt in vielen Rahmenkleingartenordnungen bereits als Ausstattungsmerkmal, das die Laube dem dauerhaften Wohnen annähert. Genau darüber entstehen die meisten Konflikte mit dem Vorstand.
Die praktische Reihenfolge ist deshalb immer dieselbe: zuerst die Gartenordnung des eigenen Vereins lesen, dann die Rahmenkleingartenordnung des Landesverbands, erst danach über Technik nachdenken. Ein bereits gekauftes System, das die Ordnung ausschließt, muss auf eigene Kosten wieder verschwinden.
Wie weit die Beschränkungen reichen, hängt zusätzlich von der Lage der Anlage ab.
Welche Vorschriften gelten für Toiletten im Kleingarten?
Neben dem Bundeskleingartengesetz greifen die kommunale Abwassersatzung, das Wasserhaushaltsgesetz und bei Lagen in Schutzgebieten die jeweilige Wasserschutzgebietsverordnung. Die Gartenordnung des Vereins darf strenger sein als das Gesetz, niemals großzügiger.
Vier Regelwerke bestimmen zusammen, was gebaut werden darf, und sie greifen in dieser Reihenfolge ineinander:
- Bundeskleingartengesetz: Begrenzt die Laube auf 24 Quadratmeter und schließt die Eignung zum dauernden Wohnen aus.
- Rahmenkleingartenordnung des Landesverbands: Regelt Ausstattung, häufig einschließlich eines ausdrücklichen Verbots von Spültoiletten.
- Gartenordnung des Vereins: Konkretisiert die Rahmenordnung und regelt Entsorgungswege auf dem Gelände.
- Kommunale Abwassersatzung und Wasserrecht: Bestimmen, ob überhaupt Abwasser anfallen darf und wie es zu beseitigen ist.
Die Verpachtung liefert den Hebel zur Durchsetzung. Ein Verstoß gegen die Gartenordnung ist ein Verstoß gegen den Pachtvertrag und kann nach Abmahnung zur Kündigung führen. Diese Kündigungsmöglichkeit ist der Grund, warum eine formlose Absprache mit einem Vorstandsmitglied nichts wert ist.
Besonders eng wird der Rahmen, sobald die Anlage in einem Trinkwassereinzugsgebiet liegt.
Ist eine Komposttoilette im Wasserschutzgebiet zulässig?
In der Zone I eines Wasserschutzgebiets ist eine Komposttoilette ausgeschlossen, in der Zone II meist ebenfalls, in der Zone III häufig zulässig. Entscheidend ist die jeweilige Schutzgebietsverordnung, die für jedes Gebiet einzeln erlassen wird und bei der Unteren Wasserbehörde einsehbar ist.
Der Grund liegt im Rotteprozess. Eine Komposttoilette baut Fäkalien biologisch ab, und dabei entsteht Sickerwasser, das in den Boden gelangen kann. Genau diesen Eintrag sollen die Schutzzonen verhindern.
Zulässig bleibt in diesen Lagen fast immer die Trockentrenntoilette mit dichtem Behälter, weil bei ihr nichts versickert. Urin und Feststoffe werden aufgefangen und vom Grundstück gebracht, ein Bodenkontakt findet nicht statt.
Damit steht die Systemfrage fest, offen bleibt der Umgang mit dem, was die Toilette produziert.
Wie wird der Toiletteninhalt im Kleingarten entsorgt?
Feststoffe aus Trockentrenntoiletten gehören mit dem Einstreu in den Restmüll, Urin wird zu Hause über die Hausentwässerung entsorgt oder stark verdünnt auf Zierflächen ausgebracht. Eine Entsorgung über den Vereinskompost ist in nahezu allen Gartenordnungen untersagt.
Der Vereinskompost ist dabei der häufigste Fehler. Auf ihm landet Grünschnitt, der später als Mulch auf Beete zurückgeht, auch auf Gemüsebeete. Fäkalien in diesem Kreislauf sind ein hygienisches Risiko, weshalb die Ordnungen diesen Weg ausdrücklich schließen.
Für die Verdünnung von Urin hat sich ein Verhältnis von eins zu acht bis eins zu zehn etabliert, ausgebracht ausschließlich auf Ziersträucher und niemals auf Nutzpflanzen. In Schutzgebieten entfällt auch dieser Weg.
Rechenbeispiel
Parzelle mit 300 Quadratmetern, Nutzung an rund 90 Tagen im Jahr durch zwei Personen. Eine Trockentrenntoilette kostet einmalig 500 bis 900 Euro. Einstreu auf Basis von Rindenhumus schlägt bei rund 2 Litern pro Woche mit etwa 55 Euro im Jahr zu Buche, kompostierbare Beutel mit rund 35 Euro. Die laufenden Kosten liegen damit bei rund 90 Euro jährlich, ohne jede Abfuhr und ohne Gestattung der Gemeinde.
Die Zahlen erklären, warum Trockensysteme in Kleingartenanlagen inzwischen der Standard sind.
Welches Toilettensystem eignet sich für den Schrebergarten?
Für Kleingärten eignet sich die Trockentrenntoilette am besten, weil sie kein Abwasser erzeugt, keine Genehmigung benötigt und in Wasserschutzgebieten zulässig bleibt. Komposttoiletten sind eine Alternative außerhalb von Schutzgebieten, Verbrennungstoiletten scheitern meist am fehlenden Starkstromanschluss.
Die Auswahl in der Anlage folgt damit anderen Kriterien als im Hausgarten, wo häufig Strom und manchmal sogar ein Kanalanschluss vorhanden sind. Welche Bauarten es insgesamt gibt und was sie im Betrieb unterscheidet, ist in der Übersicht zu den Systemen für eine Gartentoilette zusammengestellt.
Für die Aufstellung in der Laube gelten drei praktische Punkte. Die Stellfläche sollte mindestens 60 mal 60 Zentimeter betragen, die Entlüftung nach außen führen, und der Behälterwechsel muss ohne Verrenkung möglich sein, weil er alle zwei bis vier Wochen ansteht.
Legen Sie die schriftliche Zustimmung des Vorstands zu den Akten, bevor gebaut wird. Bei einem Pächterwechsel bewertet der nächste Vorstand dieselbe Anlage gelegentlich anders, und dieselbe Sorgfalt lohnt sich beim Standort innerhalb der Parzelle.
Wo darf die Toilette in der Parzelle stehen?
Die Toilette gehört in die Laube oder in einen an die Laube angebauten Raum, weil die Gartenordnungen freistehende Nebengebäude in aller Regel ausschließen. Angerechnet wird der Raum auf die zulässigen 24 Quadratmeter Grundfläche nach Paragraf 3 Bundeskleingartengesetz.
Genau diese Anrechnung wird häufig übersehen. Eine Laube mit 20 Quadratmetern und einem angebauten Sanitärraum von 3 Quadratmetern liegt mit 23 Quadratmetern noch im Rahmen, mit einem überdachten Freisitz von 6 Quadratmetern dagegen deutlich darüber.
Der Abstand zur Parzellengrenze richtet sich nach der Gartenordnung, üblich sind ein bis zwei Meter. Ein Standort direkt an der Grenze führt regelmäßig zu Beschwerden des Nachbarn, selbst wenn er formal zulässig wäre, weil die Entlüftung dort ausbläst.
Fällt der Platz in der Laube knapp aus, ist eine Trockentrenntoilette mit 60 mal 60 Zentimetern Stellfläche die einzige Lösung, die sicher unterkommt.
Welche Kosten entstehen für eine Toilette im Kleingarten?
Eine Trockentrenntoilette im Kleingarten kostet in der Anschaffung 500 bis 1.200 Euro und im Betrieb rund 90 Euro im Jahr. Für einen kleinen Sanitärraum als Anbau kommen je nach Ausführung 1.500 bis 4.000 Euro hinzu.
Drei Positionen bestimmen die Rechnung, und zwei davon fallen nur einmal an:
- Toilette selbst: 500 bis 1.200 Euro für ein fertiges System, deutlich weniger im Eigenbau mit Kanister und Trenneinsatz.
- Raum und Einbau: 1.500 bis 4.000 Euro für einen Anbau mit Fundament, Wänden und Tür. Entfällt, wenn ein Raum in der Laube frei wird.
- Verbrauch: rund 55 Euro Einstreu und 35 Euro kompostierbare Beutel im Jahr bei Nutzung an 90 Tagen.
Vereinsanlagen mit Gemeinschaftstoilette sind die günstigere Alternative, wenn der Weg zumutbar ist. Die Umlage dafür liegt meist zwischen 20 und 60 Euro im Jahr und deckt Reinigung und Abfuhr ab.
Rechnen Sie die eigene Lösung über mindestens fünf Jahre. Bei einer Pachtdauer, die diesen Zeitraum nicht sicher erreicht, ist der Anbau eines Sanitärraums die riskantere Investition, weil er bei Aufgabe der Parzelle in aller Regel nicht abgelöst wird.